Wissenschaft und Forschung

Promovieren mit Fachhochschulen bleibt eine Seltenheit in Berlin

Kooperative Promotionen mit Universitäten sollen Absolvent*innen Doktorarbeiten an Fachhochschulen ermöglichen, die bisher über kein eigenes Promotionsrecht verfügen. Doch obwohl 25 % aller Masterabschlüsse in Berlin an Fachhochschulen erworben werden, bleibt die kooperative Promotion mit unter einem Prozent aller Promotionen in den Jahren 2015 bis 2017 eine Seltenheit wie meine Anfrage beim Senat zeigt. Noch seltener ist nach Auskunft der Fachhochschulen die kooperative Promotionen mit Absolvent*innen von Fachhochschulen – gerade einmal 40 % der kooperativ Promovierenden haben ihren Abschluss an einer Fachhochschule erworben. Und das, obwohl Nachwuchs für Professuren an Fachhochschulen zunehmend dringend gesucht wird.

Einzig die TU Berlin engagiert sich unter den berliner Universitäten stärker bei den kooperativen Promotionen. Jedoch wird nur in knapp der Hälfte der Vorhaben mit Berliner Fachhochschulen kooperiert und die Gesamtzahl der kooperativen Promotionen mit Fachhochschulen bleibt deutlich hinter der gemeinsamer Promotionsvorhaben mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen zurück.

Um zukünftig mehr Fachhochschulabsolvent*innen den besser Zugang zur Promotion zu eröffnen, gehört für mich neben der kooperativen Promotion auch ein eigenes Promotionsrecht für forschungsstarke Bereiche von Fachhochschulen ins Berliner Hochschulgesetz. Eine Verknüpfung des Promotionsrechts mit wissenschaftlichen Disziplinen ist in meinen Augen zielführender als seine Bindung an die Institution Universität. Auf diese Weise können die in vielen Bereichen hervorragenden Forschungs- und Transferleistungen der Fachhochschulprofessuren honoriert werden und eine eigenständige Profil- und Professionsentwicklung wird gefördert – insbesondere für Bereiche die vor allem stark an den Fachhochschulen vertreten sind.